Abriss der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Langreder

Die Freiwillige Feuerwehr Langreder wurde am 17.Juli 1920 von 37 Einwohnern der Gemeinde Langreder gegründet. Vorher bestand in der Gemeinde nur eine Pflichtfeuerwehr. Die Freiwillige Feuerwehr übernahm von der Pflichtfeuerwehr die Feuerlöschgeräte, u. a. eine Handdruckspritze aus dem Jahre 1901. Ebenso wurde am
17. Juli 1920 der Musikzug gegründet.
Zu dieser Zeit bestanden in dem Dorf Langreder, das damals zum Landkreis Linden gehörte, zahlreiche weitere Vereine. Attraktionen, wie der erste Feuerwehrball der Freiwilligen Feuerwehr am 12. Februar 1921 im Vereinslokal Fr. Herigschlag und das erste Feuerwehrfest vom 5. bis 6. Juni 1922 waren notwendig,, um die Feuerwehr innerhalb der Ortsgemeinschaft zu etablieren und um auch die finanzielle Basis der Feuerwehr zu verbessern.Von den Brandeinsätzen und von der Mitgliederbewegung gesehen verliefen die 20er Jahre für die Feuerwehr eher in ruhigen Bahnen.
Zu Beginn der 30er Jahre, Langreder hatte damals ca. 600 Einwohner, feierte die Feuerwehr Pfingsten 1930 bei "herrlichstem Wetter", wie es in der Heimatzeitung " Provinzial-Deister-Leine-Zeitung" hieß, das zehnjährige Bestehen. Feuerwehrhauptmann Friedrich Ahrberg, der die Wehr seit ihrer Gründung führte, hieß auf dem heutigen Festplatz auch die benachbarten Wehren herzlich willkommen. Lehrer Zieseniß hielt zu dem ersten Jubiläumsfest die Festansprache.
Nach der Gebietsreform 1932 gehörte Langreder zum Landkreis Hannover.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten veränderte sich auch das Bild der Freiwilligen Feuerwehren. Nach dem Gesetz über das Feuerlöschwesen vom 23. November 1938 waren die Freiwilligen Feuerwehren Hilfspolizeitruppen.
Eine Frauenlöschgruppe bestand innerhalb der Feuerwehr Ende der 30er Jahre/Anfang der 40er Jahre.
1942 wurde von der Gemeinde die Motorspritze "Flada" beschafft. Diese Motorspritze kam auch in der Landeshauptstadt Hannover aufgrund von Bombenangriffen im zweiten Weltkrieg zum Einsatz.
Nach dem zweiten Weltkrieg fand 1947 die erste Versammlung, die von Brandmeister Willy Ahrberg geleitet wurde, statt. Willy Ahrberg führte mit insgesamt 21 Jahren (von 1934 bis 1955) am längsten die Freiwillige Feuerwehr Langreder.
Die junge Generation drängte mit dem Ende der 40er Jahre und dem Beginn der 50er Jahre immer stärker in bestimmte Positionen innerhalb der Feuerwehr. Nachdem der bisherige Stellvertreter von Willy Ahrberg, Heinrich Reinecke, die Wehr von 1955 bis 1956 leitete, wurde 1956 August Heine im Alter von 25 Jahren zum Brandmeister gewählt. In diesem Jahr erhielt die Wehr auch das Löschfahrzeug LF 8, fünfzehn Jahre später, 1971, wurde dieses Fahrzeug wieder durch ein Löschgruppenfahrzeug LF 8 ersetzt. Auf überörtlicher Ebene wurden kontinuierlich die Grundlagen für ein beständiges Bestehen der Freiwilligen Feuerwehren in einer sich verändernden Gesellschaft geschaffen. In der Gemeinde Langreder wurde vom Rat die Bildung eines Feuerschutzausschusses beschlossen, um die Belange der Feuerwehr in der Kommunalpolitik besser vertreten zu können. Innerhalb der Wehr trugen vor allem die jungen Kameraden entscheidend mit dazu bei, dass die Freiwillige Feuerwehr Langreder im Landkreis und Regierungsbezirk Hannover als "Feuerwehrhochburg" bezeichnet wurde:
1960 und 1962 wurde die Wehr bei den Wettkämpfen in Weetzen und 1968 in Letter Kreismeister. Die Bezirksmeisterschaft wurde 1966 und 1968 in Stadthagen errungen.
Das aufgrund dieser Erfolge von Regierungspräsident de Terra (Regierungsbezirk Hannover) gegebene Versprechen: "Ich besuche Sie einmal in Langreder", löste er im Mai 1969 ein.
In den 60er Jahren ereignete sich aber noch einiges innerhalb der Wehr, obwohl die Einwohnerzahl sich nur gering veränderte -1960: 758 Einwohner, 1969: 795 Einwohner-. Im Nachhinein kann man sagen, dass es das Jahrzehnt mit den größten Herausforderungen und Veränderungen war. Sechs Großbrände, ein Brand auf der Bühne der Gaststätte Ahrberg, in den Jahren 1963 bis 1967 und weitere Brände in den Nachbarorten mussten gelöscht werden.
1963 wurde als achte Gruppe im Landkreis Hannover die Jugendfeuerwehr Langreder unter der Leitung des Kameraden Friedel Meyer mit zehn Jugendlichen gegründet. Von 1963 bis 1968 hatte die Leitung Friedel Meyer, von 1969 bis 1979 Edwin Pusch, von 1980 bis 1989 Karl-Heinz Grunert, von 1990 bis 1993 Michael Dyes und seit 1994 führt die Jugendfeuerwehr Sascha Zura. Im September 1993 wurde das 30-jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr in einem würdigen Rahmen gefeiert. 1999 übernahm Dirk Grabbe die Funktion des Jugendfeuerwehrwartes. Seine Idee war es, das 40-jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr mit dem Stadtzeltlager zu Begehen. Vom 04. - 06.07.2003 wurde dieses Jubiläum dann begangen.
Im April 1968, 48 Jahre nach Gründung der Wehr, wurde das heutige Gerätehaus für die Freiwillige Feuerwehr Langreder eingeweiht.
Als Folge der Gebietsreform im Jahre 1974 verlor die Gemeinde Langreder ihre Selbstständigkeit und somit auch die Ortsfeuerwehr. Unter der Leitung von Ortsbrandmeister Friedel Meyer, der nach 18 Jahren die Nachfolge von August Heine antrat, ging die Ortsfeuerwehr Langreder in die neu gegründete "Stadtfeuerwehr" und fand innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr Barsinghausen ihren Platz im Löschbezirk Egestorf. Als Ausrüstung brachte die Ortsfeuerwehr Langreder ein 3 Jahre altes Löschgruppenfahrzeug LF 8 und einen Mannschaftstransportwagen (MTW), der 1984 ersetzt wurde, mit. Diese Gerätschaften wurden 1999 durch ein Tragkraftspritzenfahrzeug-Wasser (TSF-W) und einen MTW ersetzt. Nach vorangegangen großer Diskussion über die Ersatzbeschaffung des LF 8 musste man sich dem politischen Druck beugen und es wurde ein TSF-W beschafft. Beide Fahrzeuge sichern heute die Einsatzfähigkeit der Ortsfeuerwehr Langreder.
Friedel Meyer leitet die Geschicke der Ortsfeuerwehr Langreder bis 1989. Sein langjähriger Stellvertreter
Heinrich Lange übernahm im Jahre 1989 die Amtsgeschäfte von Friedel Meyer und stand der Ortsfeuerwehr bis 1994 vor. Im Jahre 1994 gab es erneut einen Wechsel an der Spitze der Ortsfeuerwehr. Ortsbrandmeister ist nun Kai Krömer, der zusammen mit seinem Stellvertreter Klaus-Werner Grunert die Ortsfeuerwehr Langreder führt.
Das Aufgabengebiet der Feuerwehren erweiterte sich im Laufe der Zeit. Neben Brandeinsätzen müssen heute vor allem Hilfeleistungen und immer mehr Gefahrgut-Einsätze bewältigt werden. Durch die entsprechenden Lehrgänge, die von den Kameraden besucht werden, sind die Feuerwehren auf jede Art von Einsatz gut vorbereitet. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Langreder besuchten in den letzten Jahren zahlreiche Lehrgänge. Diese Lehrgänge fanden sowohl an der Landesfeuerwehr Celle, an der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Ronnenberg wie auch auf Stadtebene statt.
Zahlreiche Aktivitäten, wie der seit 1973 im Abstand von zwei Jahren stattfindende "Tag der offenen Tür" oder das Platzkonzert des Musikzuges am 1. Mai, trugen mit dazu bei, dass die Freiwillige Feuerwehr Langreder heute einen festen Platz in der Dorfgemeinschaft hat. Ein Beweis dafür ist auch, dass die Wehr stets eine positive Mitgliederentwicklung hatte. Das Verhältnis Mitgliederzahl der Wehr/Einwohnerzahl von Langreder veränderte sich folgendermaßen: 1925: 1: 12,5; 1960: 1: 7,4; 1974: 1: 5,5; 1994: 1: 4,2. Somit kann man sagen, dass heute fast jeder 4. Bewohner Langreders Mitglied in der Feuerwehr ist.
Zwei Mitglieder der Wehr, August Heine und Karl Rothmund, übten entscheidend Einfluss auf die Entwicklung des Feuerlöschwesens auf überörtlicher Ebene aus. August Heine von 1972 bis 1993 in seiner Funktion als Kreisbrandmeister des Landkreises Hannover und Karl Rothmund von 1976 bis 1994 als Vorsitzender des Feuerschutzausschusses der Stadt Barsinghausen.

Der, wie bereits erwähnt, auch 1920 gegründete Musikzug kann sich heute auf einen großen Bestand an jungen und älteren Bläsern stützen. Die Grundlagen für diese Entwicklung wurden Mitte der 70er Jahre durch die Einrichtung des Amtes "Musikzugsprecher" geschaffen. Dadurch wurde der Musikzugführer von organisatorischen Aufgaben entlastet und konnte sich somit ganz für die Belange der Musik und für die kontinuierliche Ausbildung von Jugendlichen für die Blasmusik einsetzen.
Die von dem Musikzug der Ortsfeuerwehr Langreder geblasenen Musikstücke können den vier Bereichen der Blasmusik zugeordnet werden: der Marschmusik, der konzertanten Blasmusik, der Unterhaltungsmusik und innerhalb dieser Gruppe der volkstümlichen Musik und den modernen Unterhaltungsschlagern. Mit diesem Repertoire trägt der Musikzug zum Gelingen von zahlreichen Veranstaltungen innerhalb des Ortes bei. Aber auch weit über die Grenzen Langreders hinaus ist der Musikzug bekannt:
So reiste man nach Mont-Saint-Aignan in Frankreich, nach Malmö in Schweden sowie bereits sechsmal nach Kötschach-Mauthen in Österreich. Durch die Arbeit von Friedhelm Meidenstein ist es gelungen, dass mit der Marktgemeinde in Österreich eine feste Freundschaft geschlossen wurde. Diese Freundschaft wird durch gegenseitige Besuche und private Kontakte aufrechterhalten.
Den Musikzug führten: Ernst Voges (seit 1920), Friedrich Krack (in den 20er Jahren), August Fiedler, Hermann Völkening, Christian Seegers und Erich Tegtmeier (in den 30er/40er Jahren), Adolf Seegers (von 1947 bis 1954), Heinrich Behne (von 1955 bis 1976), Jürgen Sander, Heinrich Hülsemann (1976), Heinrich Thorney (von 1977 bis 1981), Walter Kracht (von 1982 bis Mitte 1996) und seit 1996 Miroslav Michnev. Mit dem Dirigenten Miroslav Michnev steht dem Musikzug seit 1996 eine sehr kompetente Kraft vor. Ihm ist es zu verdanken, dass der Musikzug in den letzten Jahren stets eine positive Entwicklung genommen hat.
Um dem sich anbahnenden Nachwuchsproblem im Musikzug entgegenzutreten, betrat man mit der musikalischen Früherziehung im Jahr 2004 völliges Neuland. Auf Initiative von Christiane Dyes und Sascha Arlt begann man im September 2004 unter der Leitung von Phoebe Strunkheit mit 24 Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren mit der musikalischen Früherziehung.

Das Amt des Musikzugsprechers führten aus:

Ernst-Gerhard Wissel zu Beginn der 70er Jahre, Jürgen Sander (1974), Manfred Teichert (1975 bis 1976), Friedhelm Meidenstein (1977 bis 1987) und Michael Grabbe seit 1988.
Heute hat die Ortsfeuerwehr Langreder 290 Mitglieder, wovon 30 Kameraden in der Löschgruppe, 11 Kameraden in der Jugendfeuerwehr und 25 Kameraden im Musikzug aktiv tätig sind. Durch das Band der Kameradschaft innerhalb der Ortsfeuerwehr Langreder haben sich unter den Kameraden zahlreiche Freundschaften entwickelt. Kameradschaft wird hierbei verstanden als das Eintreten für den Anderen, mit dem man eine Aufgabe zu erfüllen hat.

Musikalische Früherziehung

Im September 2004 wurde im Musikzug der Ortsfeuerwehr Langreder eine musikalische Früherziehung ins Leben gerufen. Hiermit möchte man Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren an die Musik heranführen um somit evtl. später auftretenden Nachwuchsproblemen entgegenzutreten. Mit viel Engagement habe sich Christiane Dyes und Sascha Arlt hierfür eingesetzt und die musikalische Früherziehung ins Leben gerufen. Zu Beginn wurde eine Information an alle Haushalte verteilt und 2 Informationsabende durchgeführt. Nach einer Anmeldefrist wurde zu einem Elternabend eingeladen und man startete mit 24 Kindern. Für die Durchführung wurde Phoebe Strunkheit als Leiterin gewonnen. In ihrer Verantwortung liegt es nun, die Kinder Spielerisch an die Musik heranzuführen. Es bereitet allen Freude, zu sehen, mit wie viel Eifer die Kinder dabei sind. Als Fazit kann gesagt werden: "Wir sind hiermit auf dem richtigen Weg".

Die Löschgruppe:

Hinten von links nach rechts: Dirk Kabbert, Ralf Schumann, Heiner Wulf, Bastian Busse, Matthias Busse, Clemens Wissel, Vanessa Höfig, Henning Ahrberg, Nils Krügener, Karl-Heinz Grunert, Frank Hoffmann, Lars Krömer, Hans-Christian Hegner, Christian Heine, Hendrik Müller

Vorne von links nach rechts: Wolfgang Grünwald, Michael Hoffmann, Peter Meyer, Klaus-Werner Grunert, Kai Krömer, Dirk Grabbe, Stefan Dyes, Sascha Arlt

Es fehlen: Jens Broischer, Reinhard Gentzsch, Johannes Meier, Sandrine Rüther, Sören Schneider, Julien Oppermann, Torben Schneider, Werner Busse, Ernst Wissel, Heinrich Lange, Thomas Germann, Gunther Reeh

Die Jugendfeuerwehr:

Oben v.l.n.r. Nils Krügener, Sandrine Rüther, Denise Rüther, Phil
Bekhurs, Mareike Wissel, Anne Triebsch, Dirk Kabbert

Unten v.l.n.r. Nele Schumann, Joke Kabbert, Fey Kabbert, Louisa Hesshaus.

Es fehlen: Tim Stobbe, Timo Umbreit sowie die Betreuer Vanessa Höfig und Matthias Busse.